Francesco Carotta
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Francesco Carotta (* 1946 in Ca'Zen, Italien) ist ein Privatgelehrter und Buchautor. Francesco Carotta forschte über den Ursprung des Christentums in der römischen Kaiserzeit. Laut Carotta ist das Ergebnis seiner Studien die Feststellung, daß wp:Christus seinen Ursprung in wp:Divus Iulius hat und daher wp:Gaius Iulius Caesar der historische Jesus war.
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[Bearbeiten] Kurzfassung
Gaius Iulius Caesar wurde nach seiner Ermordung und Beisetzung als Gott Divus Iulius verehrt. Aus dem Kult des vergöttlichten Caesar entwickelte sich laut Carotta das wp:Christentum. Carotta stützt diese Aussage auf einen Vergleich (wp:Synopse) der Berichte über das Leben Caesars und den Römischen Bürgerkrieg - vom Rubikon bis zu Caesars Ermordung und wp:Apotheose - wie sie von den antiken Autoren Sueton, Appian, Plutarch, Velleius Paterculus, Cassius Dio und anderen überliefert sind, mit dem griechischen wp:Markusevangelium. Das Markusevangelium, das als ältestes der Evangelien gilt, deutet Carotta als eine im Tradierungsprozeß durch Kopier-, Übersetzungs-, Interpretationsfehler und logische Umredigierung mutierte und delokalisierte Version der Vita Divi Iulii des Asinius Pollio.
Weitere Parallelen werden gesehen in der Rolle des Pompeius und der des Täufers Johannes, sowie Lepidus (der Caesars Nachfolger als wp:Pontifex Maximus war) und Petrus. Die Kindheitsgeschichte, die bei Lukas berichtet wird, ist hingegen auf wp:Augustus zu beziehen.
Der Passionsbericht entspräche dem Bericht über Cäsars Beisetzung, bei der wp:Marcus Antonius der Menge ein Wachsbild von Cäsar mit den Stichwunden auf einem kreuzförmigen Tropäum zeigen ließ, worauf diese sich gegen die Cäsarmörder wandte.
Carotta vermutet, daß die Cäsarvita in den im Römischen Reich angelegten Kolonien von Cäsars Veteranen zunächst in der lateinischen Form kultische Verwendung fand, daß aber im Lauf der Zeit die Kenntnis der lateinischen Sprache verschwand und ein Bedarf an Übersetzungen in die Sprache der östlichen Landesteile, das Koine-Griechisch, entstand. Zur Zeit der flavischen Kaiser wp:Vespasian und wp:Titus sei eine redaktionelle Überarbeitung erfolgt, die dem Legitimationsbedarf der neuen Dynastie Rechnung zu tragen hatte. Somit werde auch die Verbreitung des Christentums gerade im römischen Militär verständlich, die dann unter wp:Konstantin und seinen Nachfolgern dazu führte, daß das Christentum zur Staatsreligion aufsteigen konnte.
Die These Carottas wird von der etablierten wp:Leben-Jesu-Forschung ignoriert.
[Bearbeiten] Veröffentlichungen
- War Jesus Caesar? Wilhelm-Goldmann-Verlag, 1999, vergriffen (Neuauflage i.V. bei Verlag Ludwig, Lübeck)
- Jesus was Caesar. On the Julian Origin of Christianity. 2005, Uitgeverij Aspekt b.v., Soesterberg, Niederlande
[Bearbeiten] Literaturhinweise
- Battenberg, C. (1980). Pompeius und Caesar: Persönlichkeit und Programm in ihrer Münzpropaganda. Dissertation Philipps-Universität, Marburg / Lahn.
- Dahlmann, H. (1934). Clementia Caesaris. In Rasmussen, D. (Ed.) (1976). Caesar. Wege der Forschung. Bd. XLIII (pp. 32-47). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. ISBN: 3-534-02666-7.
- Schweitzer, A. (1984). Geschichte der Leben-Jesu-Forschung. Tübingen: Mohr. ISBN: 3-16-144626-7.
- Simon, E. (1986). Augustus: Kunst und Leben in Rom um die Zeitenwende. München: Hirmer. ISBN: 3-7774-4220-8.
- Stauffer, E. (1957). Jerusalem und Rom im Zeitalter Jesu Christi. Bern: Francke.
- Weinstock, S. (1971). Divus Julius. Oxford: Clarendon Press. ISBN: 0-19-814287-0.
- Zanker, P. (1990). Augustus und die Macht der Bilder. München: Beck. ISBN: 3-406-34514-X.

