Perpetuum Mobile
Aus expliki
Ein Perpetuum Mobile (lat. ständig Bewegendes) ist eine Maschine die ohne Energiequelle (also in einem geschlossenen System) fortwährend in Bewegung bleibt.
Eine "ewige Bewegung" im Wortsinne, ohne die Möglichkeit dem System Energie zu entnehmen, widerspricht nicht direkt der Physik. Dies ist bei astronomischen Vorgängen aber nicht der Fall, z.B. der Umlauf der Planeten um die Sonne oder des Sonnensystems um das galaktische Zentrum, da durch Gravitationswellen und Verformung der Himmelskörper durch Gravitationsgradienten Verluste auftreten. Für ein Elektron in einem ungestörten Wasserstoff-Atom wären die Bedingungen aber gegeben.
In Widerspruch zum Erfahrungssatz der Energieerhaltung steht die Idee, ein Perpetuum Mobile konstruieren zu können, das ständig Arbeit leistet (Erster Hauptsatz der Thermodynamik).
In Erweiterung des ursprünglichen Begriffs, wird eine hypothetische Maschine, die im Widerspruch zum Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik steht und Wärme unmittelbar, also ohne Ausnutzung von Temperaturdifferenzen, in Arbeit umwandeln kann, Perpetuum Mobile der zweiten (nach anderen Zählungen dritten) Art genannt.
Die Vertreter der Idee der "Freien Energie" betonen meist, dass ihre Vorschläge zur Energiegewinnung keine Perpetuum Mobiles seien.
[Bearbeiten] Historisches
Der Bau eines Perpetuum Mobiles war das Ziel vieler Erfinder, der früheste erhaltene Entwurf aus dem Abendland ist Villard de Honnecourts Hammerrad (ca. 1230). Unter seinen zahlreichen Nachfolgern sticht Leonardo da Vinci hervor, der aber auch schon generelle Zweifel an der Möglichkeit formulierte. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Ideen dazu. Johann Bessler mit über 100 Entwürfen war besonders produktiv. Auch konnten die ersten scheinbar funktionierenden Perpetuum Mobiles vorgeführt werden, die eine sorgsam verborgene Energiequelle nutzten, so die Coxsche Uhr (1730), die von Luftdruckschwankungen aufgezogen wird.
1775 erklärte die französische Académie des sciences, keine Arbeiten zum Perpetuum Mobile mehr anzunehmen, da seine Unmöglichkeit erwiesen sei. Dieser Auffassung schließen sich heute die meisten Patentämter an, oder verlangen- wie das US-amerikanische- eine praktische Vorführung bei der Patentanmeldung eines Perpetuum Mobiles.
Die Unmöglichkeit des Perpetuum Mobiles führte zur Annahme des Energieerhaltungssatzes als Naturgesetz und zum Axiom des Ersten Hauptsatzes als Grundlage der Thermodynamik.
[Bearbeiten] Umgangsprache
In der Umgangssprache - oft auch darüber hinaus - wird der Begriff Perpetuum Mobile selten im streng wissenschaftlichen Sinne gebraucht. So findet man die Bezeichnung fälschlicherweise z.B. auch in der Finanzwelt, in der Meteorologie oder allgemein in Beschreibungen natürlicher Abläufe.

